Mit der Mac-Anwendung iBooks Author macht Apple die Gestaltung von E-Books zum Kinderspiel. Das Programm bietet nach dem Start eine Auswahl von sechs Vorlagen an – angefangen bei einem einfachen Layout mit einem Botanik-Beispiel bis zu einer künstlerischen Aufmachung mit einem Beispiel zur Entomologie (Insektenkunde). Hat man sich für eine Vorlage entschieden, kann man gleich damit beginnen, die Seiten für das eigene Buch zu gestalten. Diese werden links in einer Spalte angezeigt – ähnlich wie in einer Präsentationssoftware wie Keynote oder PowerPoint. Ganz oben der Buchtitel: Der Text wird einfach überschrieben, in der Menüleiste findet sich die Formatierung für Schriftart und -größe. Das Vorlagenfoto des Buchtitels wird einfach ersetzt, indem man aus dem Finder ein Foto dorthin zieht: E-Book-Authoring mit Drag and Drop. Das geht auch mit der Apple-Fotosoftware Aperture.
Die nächste Seite mit der Bezeichnung “Einführungsmedien” kann mit einem Film bestückt werden – das E-Book soll schließlich mehr bieten als ein gedrucktes Buch. Das Inhaltsverzeichnis muss man mit der Hand anpassen – will man etwa eine Gliederung als XML-Datei hier hineinziehen, weist das der iBooks Author zurück. Die nächste Seite bietet an, ein Glossar zu erstellen, für jeden Eintrag wird Mac-typisch auf die Plus-Schaltfläche geklickt.
Die eigentlichen Buchseiten können mit fertigen Textdateien bestückt werden – mit Drag and Drop kann man Texte in den Formaten txt, rtf, html und pdf integrieren. Dokumente im Word- oder Pages-Format werden über das Einfügen-Menü hinzugefügt. Dabei kann man nach der Auswahl der Datei die gewünschte Formatvorlage angeben. Mit XML-Dokumenten kann der Author nichts anfangen. Bei Bildern mag er keine SVG-Grafiken, neben jpg-Dateien werden auch Bilder im Photoshop-Format psd akzeptiert. Über die Menüleiste lassen sich auch Tabellen und Grafiken ins E-Book bringen. Interessant sind die “Widgets”: Hier bieten sich fortgeschrittene Gestaltungsmöglichkeiten mit 3D-Illustrationen oder interaktiven Elementen, umgesetzt als JavaScript- oder HTML5-Code.
Der Author speichert seine Werke in einem eigenen Format mit der Dateiendung .iba. Beim Exportieren werden PDF und ein iBooks-Format angeboten. Ändert man die Dateiendung .ibooks in .epub, so hat man ein Standard-Epub-Dokument, das sich auch mit Nicht-Apple-Software wie der Adobe Digital Editions oder gängigen E-Book-Readern öffnen lässt. Allerdings fehlt hier noch das Titelbild – dieses erhält man erst, wenn man das E-Book zur Vorbereitung der Veröffentlichung als “iTunes Store package” speichert. Gestartet wird dieser Vorgang mit dem Befehl “Veröffentlichen”. Für die Bereitstellung des E-Books im iBook Store – kostenlos oder zum Verkauf zu den üblichen Apple-Bedingungen – muss man zunächst einen Account als Publisher eröffnen.
Mit iBooks Author wird das kreative Gestalten von E-Book-Anwendungen fürs iPad besonders einfach. Wer auch für andere Plattformen entwickeln oder umfassendere Gestaltungsmöglichkeiten nutzen will, kommt aber wohl nicht umhin, sich mit Anwendungen wie Calibre oder Sigil zu beschäftigen.



Nach den Problemen von OpenOffice.org strebt das Nachfolgeprojekt