Countdown für NewsML 2.0
Es ist ziemlich ruhig geworden um die beiden XML-Umsetzungen für aktuelle Meldungen von Nachrichtenagenturen, NITF und NewsML. Jetzt greift die Online Journalism Review die aktuelle Entwicklung von NewsML auf, die bis Ende des Jahres zur Version 2.0 führen soll.
NewsML packt alle Bestandteile einer Nachricht einschließlich Photos, Audio und Video in einen virtuellen Umschlag. Alle Elemente sind miteinander verknüpft, und ein Content Management System (CMS) kann eingehende Nachrichten automatisch in das Layout eines Web-Portals einpassen. Die XML-Elemente beschreiben einzelne Bestandteile wie Überschrift, Teaser (also den Anriss einer Meldung), Namenszeile, Bildunterschrift und anderes. Für die Beschreibung des Inhalts mit Hilfe von Stichworten (bei den Nachrichtenagenturen als Slugs oder Catchwords bezeichnet) gibt es ein Kategoriensystem mit 1.300 unterschiedlichen Bezeichnungen, NewsCodes genannt. Diese entsprechen im Wesentlichen den “Tags”, wie sie in Blogs oder im Foto-Portal flickr.com verwendet werden.
NewsML wird bislang vor allem von den Nachrichtenagenturen Reuters und AFP verwendet und auch von Portalen wie MSN und Yahoo eingesetzt. Hingegen gibt AP dem konkurrierenden Format NITF den Vorzug. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) setzt beide Standards ein. Der Leiter der NewsML-Arbeitsgruppe (NAR), Laurent Le Meur von AFP, räumt in dem Artikel der Online Journalism Review ein, dass NewsML ein “Nischenstandard” sei. Mit der Version 2.0 verbindet die Arbeitsgruppe die Hoffnung, dem Format zu einer größeren Verbreitung zu verhelfen. Le Meur führt die bisherige Zurückhaltung von AP darauf zurück, dass die Nachfrage nach NewsML noch zu gering sei: “Sie werden sich in diese Richtung bewegen, wenn ihre Kunden danach verlangen.”
Bei der Entwicklung von Version 2.0 will die NewsML-Arbeitsgruppe auf die Kritik reagieren, dass der Standard zu komplex geworden ist und sich nicht flexibel genug einsetzen lässt. “In Version 2.0 werden wir die Syntax vereinfachen”, sagt Le Meur. Diesem Ziel dient auch die Einführung von zwei unterschiedlichen Fassungen, einem kompakten und einem erweiterten Standard.
