146 Mal XML auf der Cebit
XML ist für das Netz so wichtig wie Wasser fürs Leben. Daher wird auch nicht mehr groß darüber geredet. Die diesjährige Cebit in Hannover führt XML 146 Mal in ihrer Datenbank auf und hat mit dem “Cloud Computing” ein Trendthema, das ohne XML kaum möglich wäre. 16 Aussteller nennen XML als Schwerpunkt ihres Angebots.
Einer von ihnen ist die mediaTEXT GmbH in Jena. Das 1995 gegründete Unternehmen unterstützt Verlage und Firmen im Workflow vom Autor bis zur Publikation in Print, auf CD oder im Internet. Grundlage dafür ist XML als zentrale Schnittstellen-Technologie und als “wesentliche Voraussetzung eines zukunftssicheren Publikationsprozesses”. Die MediaTexter holen die Autoren aber bei ihren bisherigen Gewohnheiten ab und akzeptieren denn auch eine Word-Datei. Zu den Ergebnissen gehören unter anderem Bücher, Kataloge und Loseblatt-Sammlungen. Auf der Cebit stellt MediaTEXT unter anderem das TD Startup Kit vor, eine Adobe-Frameworker-Anwendung mit einer speziellen DTD füt technische Dokumentationen in verschiedenen Sprachen.
MediaTEXT arbeitet mit der Nürnberger Acolada GmbH zusammen, die sich auf der Cebit am gleichen Stand präsentiert. Ihr Schlüsselprodukt ist das Redaktionssystem Sirius CMS, das XML für “die medienneutrale Speicherung von Inhalten” verwendet. Eine wichtige Rolle spielt dabei die “Modularisierung von Informationen, also ihre Wiederverwendung in unterschiedlichen Zusammenhängen. Die Module werden in einem Datenpool verwaltet, so dass alle mit einem Modul verknüpften Dokumente aktualisiert werden, wenn ein solcher Baustein verändert wird. Eine der Einsatzmöglichkeiten ist die “Computer Aided Translation” (CAT) zur Rationalisierung von Übersetzungsprozessen. Auf der Cebit stellte Acolada Sirius DITA vor, eine Erweiterung zur Verwendung des DITA-Standards (Darwin Information Typing Architecture) für technische Dokumentationen.
Als Zwischenformat wird XML für das webbasierte “Wissensnetzwerk” verwendet, das die Saarbrücker Firma Meta-Level Software AG einrichtet, um Dokumente aller Art ortsunabhängig in einer Browser-Oberfläche bereitzustellen – zur Volltextsuche und zur Verwaltung von Nutzerrechten. Daneben kommt XML zur Konfiguration der Java-Umgebung Apache Tomcat zum Einsatz.
Einen etwas anderen XML-Editor stellt die tooldriver Software GmbH aus Lüneburg vor: Das Windows-Programm Edixs analysiert die Struktur eines beliebigen XML-Dokuments und stellt den Inhalt in einer Tabelle dar. Dabei lassen sich alle Tags zu- und abschalten, so dass nur die gerade interessierenden Elemente angezeigt werden. Der Editor ist nicht validierend, überprüft ein XML-Dokument also nicht anhand der Vorgaben in der DTD oder im Schema. Stattdessen kann auch die Struktur geändert werden, indem etwa neue Tags eingefügt werden. Praktisch ist auch der direkte Austausch mit Excel über copy&paste. Das Programm kostet 39,00 Euro, eine kostenlose Testversion gibt es auf der Website des Entwicklers.
