XMLSpy von Altova spricht auch JSON
Mit jeder Version lernt das Altova-Paket für die XML-Plattform neu hinzu. Nachdem vor einem Jahr die Unterstützung für die Business Reporting Language (XBRL) im Zentrum stand, spricht der XMLSpy 2010 jetzt auch JSON, das Datenformat JavaScript Object Notation.
“Es gibt zahllose Anwendungen, bei denen XML sinnvoller ist, und es gibt zahllose andere Anwendungen, bei denen JSON Vorteile hat”, erklärt Altova-Vorstandschef Alexander Falk auf Fragen von xml-ecke.de. “XML hat die bessere Infrastruktur von ergänzenden Standards (wie XML Schema, XSLT, XPath, etc.). Das macht XML zu einer viel reichhaltigeren Plattform und bietet mehr Flexibilität. Aber man muss auch die Eleganz, Effizienz und Einfachheit von JSON anerkennen.” Anstatt beide als konkurrierende Technologien zu betrachten, unterstütze die Version 2010 von Altova MissionKit XML ebenso wie JSON und lasse den Anwendern die freie Wahl.
Bereits die Standard-Edition von XMLSpy 2010 ermöglicht so die Erstellung von JSON-Dateien (siehe oben) – ebenso wie die von zahlreichen anderen Formaten wie CML (Chemical Markup Language), die Multimedia-Sprache SMIL, XHTML oder DOCX (OpenXML) – allerdings fehlt weiterhin das Open Document Format (ODF). Die Professional und die Enterprise Edition der Software bieten darüber hinaus weiter gehende Funktionen wie Eingabehilfen oder die Umwandlung von JSON in XML und umgekehrt.
Falk wandte sich dagegen, XML und JSON gegeneinander auszuspielen. Wenn man einigen Bloggern und Entwicklern zuhöre, wirke die Debatte manchmal wie ein “Religionskonflikt”. Beide Techniken seien geeignet, um strukturierte wie unstrukturierte Daten zu erfassen. “JSON konzentriert sich vor allem darauf, diese Daten wirksam, das heißt mit sehr wenig Overhead zu speichern und zu übertragen, während sich XML auf eine reichhaltige Umgebung konzentriert, die Entitäten sowie einen Mechanismus einschließt, der Metadaten und Erweiterbarkeit unterstützt.” Tatsächlich mache die Erweiterbarkeit den Hauptunterschied aus, erklärte der Altova-Vorstandschef. Daneben biete JSON auch nicht derart weitreichende Möglichkeiten für die Verarbeitung von XML-Dokumenten (mit XSLT), die Abfrage (mit XQuery) oder die gezielte Auswahl von Elementen (mit XPath). Wenn es aber um die Erfassung von einfachen Daten gehe und um ihre Übertragung zwischen Client und Server, “glänzt JSON mit seiner Einfachheit und – wie manche sagen – mit seiner besseren Lesbarkeit”.
Der XMLSpy ist Bestandteil der umfassenden XML-Suite Altova MissionKit 2010. Neben der Unterstützung für JSON enthalten die verschiedenen Anwendungen des Pakets nach Angaben des Herstellers die 70 “most wanted” Features. Unter anderem wurde die XBRL-Unterstützung weiter ausgebaut. Für Web-Services können die erforderlichen WSDL-Dateien nun nach dem neuen Standard WSDL 2.0 erstellt werden. Und in StyleVision, dem Programm zur Erstellung von XSLT-Formatvorlagen für die grafische Gestaltung von Dokumenten auf der Basis von XML-Daten, gibt es eine neue Möglichkeit, um Layout-Container zu platzieren.
Wie sieht Alexander Falk die Zukunft von XML? “Die Leute reden immer weniger über XML, weil es so allgegenwärtig geworden ist, dass es einfach für selbstverständlich gehalten wird.” Schließlich sei auch niemand mehr aufgeregt, wenn es um die Datenübertragung im Netz mit dem TCP/IP-Protokoll gehe oder um die Möglichkeit, die vielfältigsten Zeichensätze mit Unicode zu erfassen. “Sobald sich diese Standards fest etablieren, sind sie nicht mehr ‘aufregend’. Aber man braucht immer noch die Werkzeuge, um damit zu arbeiten.” Das solide XML-Fundament biete die Grundlage für die Erweiterung von Dokumentenformaten, die zuverlässige Wiederverwendbarkeit sowie die Verarbeitung von Daten, erklärte Falk. “Aus meiner Sicht sieht die Zukunft von XML sehr hell aus.”
