XML-Ecke

Struktur in den Content!

NITF und NewsML

Redakteure müssen kein XML beherrschen, um Nachrichten in diesem Format speichern und senden zu können. Für die Eingabe von XML-Daten gibt es Editoren wie den XSpy von Altova. Dort können die Informationen einfach an den vorgesehenen Stellen der inhaltlichen Struktur eingetippt werden, sofern eine Dokumenttypdefinition (DTD) oder ein Schema für den Text ausgewählt ist. Spezielle XML-Redaktionssysteme enthalten einfache Eingabemasken, in die standardisierte Informationen wie Datum, Überschrift, Ortsangabe oder Verfasser bequem eingetippt werden können.

Dennoch sollten sich Journalisten mit den wichtigsten Grundlagen von XML vertraut machen, um bei diesen zentralen Gestaltungsbedingungen ihrer Arbeit mitreden zu können. XML ist die zentrale Grundlage für jedes Content Management – seien die Inhalte nun Web-Seiten, Nachrichten, Zeitungsartikel, Buchkapitel oder Informationen aus einer Datenbank.

Für die Medien ist Content Management mit XML aber auch deswegen interessant, weil sich mit Hilfe von Stylesheets (Formatvorlagen) wie CSS (Cascading Stylesheets) oder XLS (Extensible Style Language) ein- und derselbe Inhalt unterschiedlich aufbereiten lässt – zum Beispiel kann der von einem Mitarbeiter oder von einer Nachrichtenagentur gelieferte Text für Print, Online und CD-ROM aufbereitet werden, ohne dass an dem ursprünglichen Artikel etwas gefändert werden muss. Hier kommt der Vorteil von XML zum Tragen, dass Inhalt und Form getrennt behandelt werden.

So wie für viele andere Branchen haben auch in der Medienwelt schon frühzeitig Bemühungen um eine XML-Umsetzung begonnen, mit der die Anforderungen an journalistische Texte oder Pressefotos erfüllt werden. Sinnvoll ist ein gemeinsamer, internationaler Standard, damit Content-Management-Systeme, also Software für das Content Management, mit allen entsprechenden Dokumenten umgehen können und es keine technischen Probleme beim Austausch von journalistischen Texten oder Bildern gibt.

Federführend für diesen Standardisierungsprozess ist der International Press Telecommunications Council (IPTC), der 1965 gegründet wurde und unter anderem die Formate für Agenturmeldungen festgelegt hat.

Mit der Entwicklung des News Industry Text Formats (NITF), einem Nachrichtenformat nach dem SGML-Standard, gelang es, die bis dahin verbreiteten 150 verschiedenen Formate für Pressetexte zu vereinheitlichen. 1999 wurde NITF weiter entwickelt und an die Erfordernisse von XML angepasst. Die aktuelle Version NITF 3.3 wurde im Juni 2005 verabschiedet. In Deutschland werden Agenturnachrichten seit Mai 2000 im NITF-Format verbreitet, vor allem von dpa und AP.

Während NITF vor allem von den internationalen Nachrichtenagenturen aufgegriffen wurde, ist NewsML eine weiter gehende XML-Umsetzung für die medienübergreifende Produktion, Verbreitung und Archivierung von Nachrichten. Der am 11. Oktober 2000 eingeführte Standard NewsML, seit 2010 weitergeführt in der Familie der G2-Standards NewsML-G2 – ermöglicht es auch, Beziehungen zwischen verschiedenen NewsItems anzugeben. Somit kann hier auch die Abfolge von Nachrichten zu einem Thema bei der fortlaufenden Aktualisierung der Berichterstattung berücksichtigt werden. NewsML trägt dem Umstand Rechnung, dass Nachrichtentexte kaum isoliert auftreten, sondern immer im größeren Zusammenhang einer Sammlung (“Collection”) von Nachrichten. Die Entwicklung von NewsML wird vor allem von Reuters und AFP vorangetrieben.

One Response to NITF und NewsML

  1. Ich bin gerade auf der Suche nach bestehenden WordPress Plugins für NewsML-G2. Bisher noch erfolglos – heute hat die APA-IT Software dafür herausgebracht – siehe https://metacpan.org/module/XML::NewsML_G2 aber das hilft mir nur wenig. Für Infos wäre ich dankbar.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>