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Struktur in den Content!

re:publica 12: Die Zukunft des Buchs ist open und collaborative

Das Buch ist auf der Suche nach seiner Zukunft, nach sich selbst. Wegweiser hat jetzt Adam Hyde auf der re:publica in Berlin aufgezeigt. In seiner Session mit dem Titel “A Webpage is A Book” sagte der Gründer der Open-Source-Plattform Floss Manuals,  das traditionelle Publishing-Modell der Buchproduktion sei überholt. In allen Bereichen gebe es dramatische Umwälzungen:

  • Produktion: vom Einzelautor zum kollaborativen Schreiben
  • Objekt: Vom gedruckten Buch zum E-Book
  • Vermarktung: Vom Verkauf in Buchläden zum Online-Vertrieb und auf mobilen Geräten
  • Kulturgut: Vom Buch im Regal zum lebenden und sich ständig weiter entwickelnden Buch
Während sich beim Buch als Objekt und bei der Vermarktung bereits einiges getan habe, gebe es bislang nur wenig Innovationen beim Verfassen von Büchern und bei ihrer Eigenschaft als Kulturgut, von Adam Hyde als “Life” bezeichnet. Die Buchproduktion sei vielfach “ein schrecklich linearer Prozess”. Meist verwendetes Textformat sei Microsoft Word, das meistgenutzte Tool für die Zusammenarbeit die E-Mail, kritisierte der aus Arizona stammende und in Berlin lebende Digitalkünstler und Entwickler. “Die interessantesten Innovationen in der Buchproduktion finden ausschließlich außerhalb der traditionellen Verlagssphäre statt.” Denn mit neuen Plattformen im Netz “wird die Buchproduktion auch für Leute wie uns erschlossen”. 

Als Beispiel stellte Hyde die Plattform booki.cc vor, erstellt mit der Open-Source-Software Booktype. Hier können mehrere Personen gemeinsam an Buchprojekten schreiben und diese dann in unterschiedlichen E-Book-Formaten veröffentlichen oder auch für den Druck vorbereiten. Als Beispiel für eine neue Form der kollaborativen Buchproduktion stellte Hyde das Projekt BookSprint vor, bei dem in 3 bis 5 Tagen gemeinsam ein Buch geschrieben wird – zumindest die erste Version eines Buchs, das laut Hyde künftig eher ein lebendiger, wachsender Prozess ist als ein fertig abgeschlossenes Artefakt. Als Beispiel nannte Hyde das Buch “Das Beta Prinzip. Coworking und die Zukunft der Arbeit”, in dem das betahaus in Berlin seine Grundsätze darstellt. “Der Prozess der neuen Buchproduktion in Online-Umgebungen wird nicht mehr von einem Verleger gemanaged, sondern offen und transparent von den Teilnehmern.”

Und wie kann man da noch mit Büchern Geld verdienen? Als Open-Source-Aktivist befürwortet Hyde natürlich freie Lizenzen. Diese erlauben die Wiederverwendung von Inhalten – “Bücher sind dann nicht länger statische Objekte, sondern werden erweitert, upgedated und verbessert.” Die Beteiligten können gleichwohl Geld damit verdienen, indem sie ein Buchprojekt mit Crowdfunding, etwa über eine Plattform wie kickstarter.com finanzieren.

Im Blog über die Social Book Production weist Adam Hyde auf Open-Source-Tools zur Buchproduktion hin. Dort kritisiert er die Apple-Software iBooks Author: “I just feel sorry for them because they are part of Apples lock in strategy and it has some very significant impacts on their content.” Bücher, so betont Hyde auf der re:publica, können nur dann lebendig sein, wenn sie auf offene Standards setzen – und ist damit ganz im Einklang mit der re:publica-Keynote von Eben Moglen: “We need free media or we lose freedom of thought, possibly forever.”

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E-Books mit dem XMLSpy 2012 gestalten

Mit der Version 2012 beherrscht der XMLSpy von Altova jetzt auch den Umgang mit E-Books im EPUB-Format. Die Windows-Software öffnet EPUB-Dateien und zeigt den Inhalt des Container-Formats an. Auch kann man den Inhalt bearbeiten oder zusätzliche HTML-Seiten einfügen. Allerdings muss man danach manuell die Datei content.opf um die Angaben zu den zusätzlichen Seiten ergänzen – spezielle EPUB-Werkzeuge wie Sigil erledigen das automatisch und können auch besser mit dem Importieren von Bildern umgehen. Stärken besitzt der XMLSpy beim Validieren von EPUB-Daten. Die Software zeigt Fehler an und weist etwa darauf hin, wenn ein eingebundenes HTML-Dokument zu einem Bild verlinkt, das nicht im Paket enthalten ist. Ein Klick auf die Fehlermeldung öffnet die entsprechende Problemstelle. Nach Abschluss der Bearbeitung wird das E-Book standardkonform im EPUB-Format gespeichert und lässt sich danach mit jeder Lesesoftware wie etwa der Adobe Digital Editions öffnen:

XMLSpy E-Book mit Adobe Digital Editions

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iBooks Author: E-Book-Publishing so einfach wie nie

iBooks Author

Mit der Mac-Anwendung iBooks Author macht Apple die Gestaltung von E-Books zum Kinderspiel. Das Programm bietet nach dem Start eine Auswahl von sechs Vorlagen an – angefangen bei einem einfachen Layout mit einem Botanik-Beispiel bis zu einer künstlerischen Aufmachung mit einem Beispiel zur Entomologie (Insektenkunde). Hat man sich für eine Vorlage entschieden, kann man gleich damit beginnen, die Seiten für das eigene Buch zu gestalten. Diese werden links in einer Spalte angezeigt – ähnlich wie in einer Präsentationssoftware wie Keynote oder PowerPoint. Ganz oben der Buchtitel: Der Text wird einfach überschrieben, in der Menüleiste findet sich die Formatierung für Schriftart und -größe. Das Vorlagenfoto des Buchtitels wird einfach ersetzt, indem man aus dem Finder ein Foto dorthin zieht: E-Book-Authoring mit Drag and Drop. Das geht auch mit der Apple-Fotosoftware Aperture.

iBooks Author

Die nächste Seite mit der Bezeichnung “Einführungsmedien” kann mit einem Film bestückt werden – das E-Book soll schließlich mehr bieten als ein gedrucktes Buch. Das Inhaltsverzeichnis muss man mit der Hand anpassen – will man etwa eine Gliederung als XML-Datei hier hineinziehen, weist das der iBooks Author zurück. Die nächste Seite bietet an, ein Glossar zu erstellen, für jeden Eintrag wird Mac-typisch auf die Plus-Schaltfläche geklickt.

Die eigentlichen Buchseiten können mit fertigen Textdateien bestückt werden – mit Drag and Drop kann man Texte in den Formaten txt, rtf, html und pdf integrieren. Dokumente im Word- oder Pages-Format werden über das Einfügen-Menü hinzugefügt. Dabei kann man nach der Auswahl der Datei die gewünschte Formatvorlage angeben. Mit XML-Dokumenten kann der Author nichts anfangen. Bei Bildern mag er keine SVG-Grafiken, neben jpg-Dateien werden auch Bilder im Photoshop-Format psd akzeptiert. Über die Menüleiste lassen sich auch Tabellen und Grafiken ins E-Book bringen. Interessant sind die “Widgets”: Hier bieten sich fortgeschrittene Gestaltungsmöglichkeiten mit 3D-Illustrationen oder interaktiven Elementen, umgesetzt als JavaScript- oder HTML5-Code.

Der Author speichert seine Werke in einem eigenen Format mit der Dateiendung .iba. Beim Exportieren werden PDF und ein iBooks-Format angeboten. Ändert man die Dateiendung .ibooks in .epub, so hat man ein Standard-Epub-Dokument, das sich auch mit Nicht-Apple-Software wie der Adobe Digital Editions oder gängigen E-Book-Readern  öffnen lässt. Allerdings fehlt hier noch das Titelbild – dieses erhält man erst, wenn man das E-Book zur Vorbereitung der Veröffentlichung als “iTunes Store package” speichert. Gestartet wird dieser Vorgang mit dem Befehl “Veröffentlichen”. Für die Bereitstellung des E-Books im iBook Store – kostenlos oder zum Verkauf zu den üblichen Apple-Bedingungen – muss man zunächst einen Account als Publisher eröffnen.

Mit iBooks Author wird das kreative Gestalten von E-Book-Anwendungen fürs iPad besonders einfach. Wer auch für andere Plattformen entwickeln oder umfassendere Gestaltungsmöglichkeiten nutzen will, kommt aber wohl nicht umhin, sich mit Anwendungen wie Calibre oder Sigil zu beschäftigen.

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