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Struktur in den Content!

Pivot visualisiert Datenberge

Pivot

Eine neue Sichtweise auf Datenberge ermöglicht das Pivot-Projekt aus den Microsoft Live Labs. “Pivot” (frz.) heißt “Dreh- und Angelpunkt”. Bei Microsoft Pivot werden Reihen von digitalen Daten wie bei einem Rubik’s Cube nach allen Seiten gedreht und gewendet. Dazu werden die Datenobjekte – das können etwa digitale Fotos oder auch Webseiten sein – mit Metadaten angereichert, die dann als Filter- und Sortierkriterien dienen.

Microsoft hat dazu einen Spezialbrowser entwickelt, der die Datenberge in einem Fenster anzeigt und gruppiert. Mit einem Schieberegler wird die Größe der angezeigten Objekte, also etwa der Thumbnails von Fotos verändert. Ein Mausklick auf ein Filterkriterium ordnet die Bildchen neu – was nur bei einem schnellen Prozessor und einer leistungsstarken Grafikkarte so schnell geht wie in den Videos des Pivot-Projekts.

XML, der Flash-Konkurrent Silverlight und Techniken der 2006 von Microsoft übernommenen Firma Seadragon wie “Deep Zoom” sind die technischen Grundlagen von Pivot. Die XML-Strukturen werden sichtbar, wenn man selbst eine Pivot-Kollektion erstellt. Dafür hat Microsoft ein “Pivot Collection Tool” für Excel entwickelt. Die Erweiterung erscheint nach der Installation als eigener Tab im Ribbon der Excel-Oberfläche:

Pivot

Die Reihen dieser speziellen Excel-Tabelle nehmen die Datensätze der Kollektion auf, die Spalten die Filter- und Sortierkriterien. Die Tabelle dieser Kollektion lässt sich ganz normal im xlsx-Format speichern. Das Tool hat aber auch einen Befehl “Publish”, der die Daten in ein spezielles XML-Format bringt und eine Datei mit der Endung .cxml (Collection XML) bringt:

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<Collection xmlns:p="http://schemas.microsoft.com/livelabs/pivot/collection/2009" SchemaVersion="1.0" Name="my_pivot_collection" xmlns="http://schemas.microsoft.com/collection/metadata/2009">
  <FacetCategories>
    <FacetCategory Name="Gattung" Type="String" p:IsFilterVisible="true" p:IsWordWheelVisible="true" p:IsMetaDataVisible="true" />
    <FacetCategory Name="rating" Type="String" p:IsFilterVisible="true" p:IsWordWheelVisible="true" p:IsMetaDataVisible="true" />
  </FacetCategories>
  <Items ImgBase="my_pivot_collection_files\joy1waib.1fa.xml">
    <Item Id="0" Img="#0" Name="anthrophora_3">
      <Jahr>2006</Jahr>
      <Facets>
        <Facet Name="Gattung">
          <String Value="Orchis" />
        </Facet>
        <Facet Name="rating">
          <String Value="1" />
        </Facet>
      </Facets>
    </Item>
    <Item Id="1" Img="#1" Name="albida_1">
      <Jahr>2009</Jahr>
      <Facets>
        <Facet Name="Gattung">
          <String Value="Pseudorchis" />
        </Facet>
        <Facet Name="rating">
          <String Value="1" />
        </Facet>
      </Facets>
    </Item>

Dieser Ausschnitt definiert die ersten beiden Datensätze einer Kollektion, wobei “Gattung” und “rating” als “Facet” definiert werden – diese Facets sind dann die Sortierkriterien im Pivot-Browser. Die “ImgBase” verweist auf die Image-Base – die dort angeführte Datei enthält die Angaben zum Speicherort der Bilder. Das Collection XML Schema ist schlank und eingängig. Seinen Reiz entfaltet die Technik, wenn große Mengen von Daten auf diese Weise strukturiert werden.

Bislang sind Pivot-Browser und das Excel-Tool nur für Windows verfügbar. Für Sommer hat Microsoft aber die Integration in das Silverlight-Plugin angekündigt. Dann lassen sich die Pivot-Sichtweisen auch auf dem Mac oder unter Linux (mit Moonlight) darstellen. Kritiker werden einwenden, dass Pivot der Versuch von Microsoft sei, seinem Silverlight eine weitere Verbreitung zu sichern. Wahrscheinlich soll Pivot auch der Microsoft-Suchmaschine Bing auf die Sprünge helfen. Ungeachtet davon ist Pivot aber ein durchaus interessantes Projekt für die Visualisierung von Datenbergen.

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