Nach den Problemen von OpenOffice.org strebt das Nachfolgeprojekt LibreOffice “ein offenes und einheitliches Format für alle” an. In einem Gespräch auf dem LinuxTag in Berlin sagte Projektmitglied Thomas Krumbein (auf dem Bild 3. von links): “Das ist allerdings ein Traum, den wir seit 20 Jahren haben und der wird auch in den nächsten 20 Jahren nicht realisiert werden. Formate müssten identisch sein, das sind sie aber leider nicht.” Letztlich könnte dies vermutlich nur gesetzlich geregelt werden.
Das Open Document Format (ODF) habe sich bewährt und eine weite Verbreitung gefunden, sagte Krumbein, der auch Gründungsmitglied der Document Foundation ist. Vor allem in Brasilien und Frankreich, aber auch in Deutschland werde es von einem großen Anteil der Anwender eingesetzt. Mit der zunehmenden Verbreitung von LibreOffice werde auch ODF weiter unterstützt. Allerdings verschickten Microsoft-Office-Nutzer ihre Dokumente als docx-Datei, ohne sich Gedanken zu machen, ob das der Empfänger auch lesen könne. Entscheidend sei, ob die Formate ausgetaucht werden könnten.
Der Novell-Manager Holger Dyroff betonte, dass es wichtig sei, die erforderlichen Filter für die jeweils anderen Formate in Microsoft Office und LibreOffice bereitzustellen – hier arbeitet Novell mit Microsoft eng zusammen. Vice President Dyroff sagte: “Da würde ich gerade auch den Microsoft-Office-Nutzer aufrufen, sich mehr mit ODF zu beschäftigen und dann auch die entsprechenden von Microsoft ausgelieferten Import- und Exportfilter zu benutzen, was heute leider relativ selten stattfindet.” Eine gemeinsame Dokument-Format-Lösung auf einer einheitlichen XML-Basis “wäre sicherlich hochgradig angenehm”, aber kaum realistisch. Zurzeit habe Open XML von Microsoft sicherlich den höchsten Marktanteil. In Zukunft sei aber zu erwarten, dass alle offenen Systeme ODF unterstützten, sagte Dyroff. “Da gehört sicherlich LibreOffice dazu, aber auch verschiedene Software-as-a-Service-Anwendungen wie zum Beispiel Google Docs.”
Microsoft und das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) haben gemeinsam ein