Microsoft hat in Windows Vista ein neues Format integriert, das sich als Alternative zum PDF-Format anbietet: XPS steht für “XML Paper Specification” und ist im Unterschied zu PDF eine reine XML-Lösung. Wenn man ein wenig mit der neuen Technik spielt, fällt das Ergebnis allerdings ziemlich ernüchternd aus.

Das in Word erstellte schlichte Textdokument mit dem Inhalt “Ich bin ein XPS: XML Paper Specification” erzeugt beim Abspeichern mit dem PDF/XPS-Plugin von Office 2007 eine XPS-Datei mit der recht stattlichen Größe von 60 KB. Wie die Open-XML-Dateien der Office-Anwendungen handelt es sich dabei um ein Archiv aus elf einzelnen Dateien in mehreren Ordnern und Unterordnern – darunter auch eine jpg-Bilddatei mit der Ansicht des Testtextes.
Der Internet Explorer 7 in Windows Vista sollte als Viewer für XPS-Dokumente dienen, scheitert aber an der Aufgabe, das schlichte Dokument zu öffnen. Statt dessen protestiert der IE mit der Meldung: “Fehler in der verwendeten Anwendung”.
Microsoft hat angekündigt, dass es auch für andere Betriebssysteme einen XPS-Viewer geben soll – schließlich ist ja PDF auch auf allen Plattformen zuhause. Bislang aber kann das Mac OS X wenig mit einer XPS-Datei anfangen. Immerhin lässt sich das Archiv mit dem Stuffit Expander öffnen. Der XML-Editor XXE von XMLMind zeigt brav die Struktur der XML-Dateien an. Der Anspruch, digitale Dokumente mit XPS originalgetreu betrachten und ausdrucken zu können, wird aber noch nicht eingelöst.
Der “PDF-Architekt” von Adobe, Jim King, sagt im Interview, Microsoft müsse als Konkurrent immer ernst genommen werden. XPS stehe aber noch ganz am Anfang, etwa auf dem gleichen Entwicklungsstand wie PDF im Jahr 1993. Auf die Frage nach PDF und XML sagt King, dass es bei PDF ja nicht zuletzt um die optische Darstellung gehe, während XML eine Stufe tiefer beim Code der Daten ansetze. Aber auch bei PDF gibt es jetzt ein Projekt, mit dem das “Portable Document Format” in XML übersetzt wird. Die Entwickler des Projekts Mars haben ein Plugin für Acrobat 8 bereitgestellt, mit dem sich ein solches XML-PDF erstellen lässt.